NaturFreunde Göggingen e.V.

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SITUATION

In Baden-Württemberg sind in den letzten 20 Jahren mehr als die Hälfte der bäuerlichen Betriebe verloren gegangen.

Umweltleitlinien

immer weniger
bäuerliche Betriebe

Ursache dafür sind zum einen die landwirtschaftliche Überproduktion und der Verfall der Preise, zum anderen der Verlust der landwirtschaftlichen Flächen durch Bebauung und Versiegelung.

Klima

nur 2% ökologische
Landwirtschaft

Die meisten der verbliebenen Betriebe betreiben intensiven Landbau. Nur 2 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der Region arbeiten ökologisch. Intensive Landwirtschaft, das heißt:

Luft

Wasser

Intensive Landwirtschaft

+ Monokulturen fordern einen hohen Düngemittel- und Pestizideinsatz
+ Massentierhaltung mit einem großen Medikamentenverbrauch, Einsatz von Kraftfutter, teilweise importiert aus Ländern 
   der 3.Welt (unser Vieh frisst das Brot der Armen)
+ Überdüngung der Böden durch anfallende Gülle. Durch die steigende Nitratbelastung des Grundwassers mussten in
   Baden-Württemberg zwischen 1991 und 1993 viele Brunnen geschlossen werden.

Verkehr

Naturschutz

Ernährung

EG-Agrarpolitik

Die EG-Agrarpolitik zwingt die Bauern zu weiterer Intensivierung und Rationalisierung. Neben der Belastung von Luft, Boden und Wasser geht durch die intensive Nutzung der Felder ein Teil der Kulturlandschaft verloren. Hecken und Streuobstwiesen werden zerstört. Durch Neuzüchtungen verschwinden alte Kulturpflanzen und Nutztierrassen.

Gentechnik

Abfall

unnötiger Transport
von Nahrungsmitteln

Die in den riesigen Agrarfabriken produzierten Nahrungsmittel werden zunehmend über Supermärkte und Großhandelsketten vermarktet. Der durch den Transport verursachte Energieverbrauch und die Umweltverschmutzung durch Abgase steigen, Qualität und Frische bleiben auf der Strecke. Diese Nahrungsmittel müssen entsprechend aufbereitet werden.

Energie

 

industriell produzierte
Nahrungsmittel
verdrängen natürliche
Lebensmittel

Viel wichtiger als der Nährwert sind das gleichmäßige Aussehen, die lange Haltbarkeit, für Selbstbedienung geeignete Verpackung und rationelle Verarbeitung in Großbetrieben. In jeder Filiale eines Supermarktes kann überall in Deutschland das gleiche Joghurt, das gleiche Brot, die gleiche Milch usw. gekauft werden. Dafür müssen die entsprechenden Zusatzstoffe verwendet werden: Farbstoffe, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker sind oft Auslöser von Allergien. Immer mehr verdrängen diese chemisch industriell gefertigten Nahrungsmittel und Fast Food die natürlichen und vollwertigen Lebensmittel.

Zivilisationskrank-
heiten nehmen zu

Folge: Zunahme von Zivilisationskrankheiten. Der Bezug zur Natur und zu den Jahreszeiten geht verloren, z.B. wenn wir auch im Winter Erdbeeren, Tomaten usw. essen.

ZIELE UND FORDERUNGEN DER NATURFREUNDE

Die klein strukturierte baden-württembergische Landwirtschaft kann nicht mit der Produktion der Großbetriebe in Nord- und Ostdeutschland konkurrieren und erst recht nicht mit dem Angebot der anderen EU-Länder und des Weltmarkts.

Umstellung auf öko-
logische Landwirtschaft

Doch gerade diese Kleinstruktur könnte eine Chance sein für die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft.

Verzicht auf
Gentechnik

Minimaler Düngereinsatz, Verzicht auf Pestizide, Einhaltung der Fruchtfolge und Mischkultur verhindern Raubbau am Boden und Schädlingsplagen. Durch artgerechte Tierhaltung, Verzicht auf gentechnisch veränderte Pflanzen, Saatgut und Tiere entstehen gesunde Lebensmittel. Die Anlage, die Pflege und den Erhalt von Streuobstwiesen sowie der Erhalt und die Anlage von Kleinstrukturen wie Hecken, Gebüsche sind eine der Voraussetzungen für eine extensive Grünlandbewirtschaftung und deshalb zu unterstützen.

dezentrale Verarbeitung
und Vermarktung

Dezentrale Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen müssen politisch gewollt und gefördert werden, um die Vermarktung und Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte in der Erzeugerregion zu sichern und zu fördern.

Verbraucher-
aufklärung

Verstärkte Verbraucheraufklärung soll in der Ernährung ökologisches und soziales Denken fördern.

alte Nutztierrassen
und Pflanzenarten
erhalten

Die Verwendung gentechnisch veränderter Tiere und Pflanzen wird abgelehnt. Vielmehr müssen zur Herstellung gesunder und schmackhafter Lebensmittel alte Nutztierrassen und Pflanzenarten erhalten und wenn nötig auch wieder rückgezüchtet werden.
Zur Einleitung einer Wende hin zu einer ökologisch ausgerichteten Landwirtschaftspolitik ist ein mittel- und langfristiges Konzept zur Förderung umweltverträglicher Landbewirtschaftung und zur Förderung einer umweltverträglichen Verarbeitung und Vermarktung der Produkte unabdingbar.

WAS KÖNNEN DIE NATURFREUNDE TUN?

Die Naturfreunde organisieren und unterstützen Erzeuger-Verbrauchergemeinschaften mit ökologisch arbeitenden Landwirten der Region, um deren Marktposition zu verbessern.

regionale ökologische
Produkte kaufen
und anbieten

In den Naturfreundehäusern werden bewusst regionale und ökologische Produkte der Region angeboten.
Im Rahmen ihrer Kultur- und Bildungsarbeit thematisieren die Naturfreunde die Problematik der Nahrungsmittelerzeugung und -verarbeitung mit dem Ziel, eine umweltfreundliche und soziale Nahrungsmittelproduktion zu fördern.

 
 
 
 
 
 
 
 

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